Artikel-Schlagworte: „Außenwohngruppe“

Abschied von Manfred Bathen

„Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke“, stellte der Pfarrer bei der Trauerfeier für Manfred Bathen heraus. Wenige Tage zuvor war Manfred Bathen nach langer Krankheit gestorben. Er wurde 65 Jahre alt. Seit 1997 wurde er durch Regenbogen betreut, er lebte in der Außenwohngruppe Steinbrinkstraße. Doch in all den Jahren hatte sich Manfred Bathen nie mit der Situation anfreunden wollen, keine eigene Wohnung mehr zu haben. Es fiel ihm unendlich schwer, sich in der neuen Lebenssituation zurecht zu finden. Erst in seinem letzten Jahr war Manfred Bathen weicher und zugänglicher geworden. Zuletzt konnte er sich und sein Leben wieder akzeptieren. In seiner Wohngruppe hinterlässt er eine große Lücke, die mit der Erinnerung an ihn nur unzureichend geschlossen wird.

Ergotherapeutische Angebote

Gut ein Jahr, nachdem in der Kon-takt- und Beratungsstelle an der Ne-ckarstraße erstmals regelmäßig ergotherapeutische Aktivitäten angeboten wurden, ist das große Interesse ungebrochen.
Montags und dienstags finden sich nach den allgemeinen Öffnungszeiten interessierte Nutzer zum kreativen Arbeiten mit Seide, Papier und Pappe oder zum Aquarellmalen ein. Jeden zweiten Samstag wird in der benachbarten Tagesstätte an der Fuldastraße mit Acrylfarben auf Lein-wand und Keilrahmen gemalt. Alle drei Angebote erfreuen sich großer Beliebtheit. Bei der Auswahl der Aktivitäten orientieren wir uns an den Wünschen und Bedürfnissen der Nutzer. Deswegen erweitern sich die Angebote stetig.
Immer häufiger beteiligen sich inzwischen auch Menschen, die im Be-treuten Wohnen (BeWo) leben. Auch Dank der guten Zusammenarbeit mit den Kollegen des BeWo können im-mer mehr Nutzer zur Teilnahme motiviert werden. Die Gruppen sind des-wegen deutlich gewachsen. Vorteil des Angebots ist, dass sie neben der Tagesstrukturierung außerdem eine weitere Möglichkeit bieten, soziale Kontakte zu knüpfen, zu halten und auszubauen.
Seit einigen Monaten wird die Gruppe am Montag zudem von der Ergo-therapeutin Daniela Puchar ehrenamtlich unterstützt. Ihrer engagierten, ehrenamtlichen Arbeit haben wir zu verdanken, dass die Gruppe auch in Urlaubszeiten stattfinden kann.
Wir möchten Bewohner der Wohnheime und der Außenwohngruppen herzlich einladen an den Angeboten teilzunehmen.
Interessenten können sich unter der Telefonnummer 0203/300 36-30 oder direkt in der Kontakt- und Beratungsstelle melden.
Heike Remmert,
Kontakt- und Beratungsstelle Neckarstraße

Ausstellung im Gasometer

Eine Gruppe von Bewohnern und Mitarbeitern besuchte jetzt die Ausstellung „Das Auge des Himmels” im Gasometer in Oberhausen. In dieser Ausstellung waren 58 großformatige Satellitenbilder der Erde und weitere Exponate aus der Erdfernerkundung zu sehen. Wir konnten einen Blick auf gewaltige Gebirge und Wüsten werfen, auf Flüsse und Ozeane, auf unberührte Natur und auf vom Menschen veränderte Landschaft mit heiligen Stätten und Industriemetropolen. Eigens komponierte Musikstücke aus Natur- und Instrumentalklängen verwandeln den Gasometer zum vielfältigen Klangraum.

Vom Dach des Gasometers, das über einen gläsernen Panoramaaufzug im Inneren zu erreichen war, hatten wir einen Rundblick über das Ruhrgebiet. Abschließend bummelten wir über den Weihnachtsmarkt am Centro.

Esther Küppers, Heilerziehungspflegerin

Mein Ehrenamt

„Seit Dezember 2004 wohne ich in der Außenwohngruppe Siegstraße (AWG). Im Frühjahr 2006 ging es mir so gut, dass ich über eine ehrenamtliche Tätigkeit nachdachte. Da ich vor meiner seelischen Erkrankung als Krankenschwester tätig war und die letzten Jahre in einem Altenheim gearbeitet hatte, wollte ich mich in diesem Bereich nützlich machen. So kam der Kontakt zum Seniorenheim der AWO am Philosophenweg zustande.

Nach einer Wartezeit konnte ich im Dezember endlich mit meiner ehrenamtlichen Arbeit beginnen, worauf ich mich so gefreut hatte.

Mir gefallen die Freizeitaktivitäten: Gemeinsames Singen, Gedächtnistraining, Bingo spielen und die Sonntagskonzerte. Für diese Veranstaltungen hole ich die Bewohner in den Bereichen ab und begleite sie in den Veranstaltungsraum. Ich habe Spaß daran, mich mit den Menschen zu unterhalten und freue mich, wenn ihnen die Vorstellungen gefallen. Inzwischen betreue ich eine Bewohnerin direkt. Mit ihr gehe ich spazieren, lese ihr aus der Zeitung vor oder wir unterhalten uns.

Nach den positiven Erfahrungen in der AWG haben mich diese Erlebnisse so gestärkt, dass ich plane, in eine eigene Wohnung zu ziehen. Es gibt doch immer Möglichkeiten, einen Weg aus der Erkrankung zu finden.

Ich bin froh, dass ich es bald geschafft habe und freue mich auf meine Zukunft. Das Ehrenamt werde ich weiterhin ausüben, weil ich darüber das Gefühl bekomme, gebraucht zu werden.“

Renate Hirth/AWG Siegstraße

Rundreise durch den Regenbogen

Am 16. November 2006 fand die von vielen interessierten Mitarbeitern gewünschte Regenbogenrundreise statt. Um 9 Uhr startete die Tagestour unter Leitung von Melanie Peter mit 13 Teilnehmern. Beim Morgenkaffee berichtete uns Lothar Holst, langjähriger Mitarbeiter im Betreuten Wohnen, über den Grundgedanken der Entstehung des Regenbogen     e.V. in Duisburg vor 23 Jahren. Im Laufe der weiteren Jahre entwickelte sich in Kooperation mit Krankenhäusern und Ämtern eine Vielfalt an Betreuungsangeboten für psychisch kranke Menschen und damit verbunden die stetige Vergrößerung dieses sozialen Trägers. Wir besichtigten die Tagesstätte Mitte und die Verwaltung mit ihren Räumen an der Fuldastraße im Wasserviertel. In der Tagesstätte erfuhren wir von Sabine Müller einiges über die vielfältigen Angebote für die Klienten.

Ein Ziel war auch der Besuch des Regenbogen-Treffs an der Neckarstraße. Heike Remmert zeigte uns das Haus und erläuterte die Arbeit mit den Klienten. Wir erfuhren, dass der Regenbogen-Treff 365 Tage im Jahr für Besucher geöffnet ist. Die Betreuung am Wochenende leisten ehrenamtliche Mitarbeiter.

Weiter ging unsere Rundreise zur Außenwohngruppe (AWG) Siegstraße. Dort wurden wir von Rita Wendel erwartet. Sie schilderte uns die Strukturen einer AWG und führte uns durch das Haus. Dabei sprachen wir mit einigen Bewohnern und durften mit deren Zustimmung einen Blick in einige Zimmer werfen.

Anschließend besuchten wir den Integrationsfachdienst (IFD) auf der Falkstraße, wo uns die Bereichsleiterin Susanne Schmidt die vielfältigen Aufgaben des IFD aufzählte. So gehören dort die Vermittlung in Arbeit und die anschließende Begleitung am Arbeitsplatz für schwer behinderte Menschen zum Alltag. Dazu ist großes Engagement der Mitarbeiter notwendig, um zum einen immer neue Stellen zu akquirieren und vermittelte behinderte Menschen auf ihrem Berufsweg zu begleiten.

Das nächste Ziel für uns war die Besichtigung des neuen CAP-Marktes an der Mozartstraße in Neudorf. Der stellvertretende Marktleiter, Roman Chaber, begrüßte uns und berichtete, dass im Cap-Markt von elf Mitarbeitern acht mit Schwerbehinderung einen Arbeitsplatz erhalten haben. Alle Mitarbeiter sind sehr motiviert. Der Markt mit Frischfleischtheke und Bäckerei mit Café präsentierte sich als eine sehr ansprechende Einkaufsmöglichkeit.

Unser nächstes Reiseziel war das Wohnheim Worringer Reitweg. Wir wurden von der Heimleiterin Britta Asch und ihrem Stellvertreter Kolja Ruhl begrüßt. Hier gilt die besondere Fürsorge den Bewohnern mit Mehrfachdiagnose, das heißt, neben der psychischen Erkrankung spielt Alkohol- und Drogenmissbrauch eine Rolle.

Ein leckeres Mittagessen gab uns Kraft für die Fortsetzung unserer Reise zur AWG Steinbrinkstraße. Dort begrüßte uns Christa Heidemann. Unter den Bewohnern gab es an diesem Tag ein Geburtstagskind. Der Tisch im Gruppenraum war für das gemeinsame Kaffeetrinken festlich gedeckt.

Wir setzten unsere Reise zum Wohnheim Heiligenbaumstraße fort. Der Heimleiter Michael Bormke zeigte uns beide Häuser. Unter Anleitung der Ergotherapeuten werden die Bewohner zu Aufgaben in Haus und Garten eingebunden. Auch hier durften wir Einblick in die Gemeinschaftsräume nehmen.

Letzte Station unserer Rundreise war das Sozialpsychiatrische Zentrum West auf der Händelstraße in Rheinhausen. Auch hier besichtigten wir die Räumlichkeiten und erfuhren von Angela Weiler die Arbeitsaufgaben des Betreuten Wohnens. Bei einer Tasse Kaffee und Plätzchen im Gruppenraum der Tagesstätte ließen wir den Tag ausklingen. In unserem abschließenden Gespräch stellten wir übereinstimmend fest, dass dieser Einblick in unsere Einrichtungen sehr hilfreich für unser aller Arbeit ist.

Alle Haus-, Heim- und Bereichsleitungen gaben geduldig auf unsere Fragen Antwort. Diese Rundreise war sehr interessant und ist allen neuen Mitarbeitern zu empfehlen. Ganz sicher ist sie auch für langjährige Mitarbeiter eine Bereicherung.

Karin Töpfer, Mitarbeiterin der Verwaltung

Archive
Weitere Informationen