Artikel-Schlagworte: „Betreutes Wohnen“
Künftig ohne Bewo
Für seine Diabetes-Erkrankung hat sich Karl-Heinz M. früher kaum interessiert. „Ich habe gegessen und getrunken was ich wollte“, erinnert sich der heute 52-Jährige an Zeiten, in denen er auf gefährliche Weise mit seiner Gesundheit umging. Doch das ist Vergangenheit. Längst achtet er auf die ärztlichen Empfehlungen und hat für sich selbst Verantwortung übernommen. „Ich freue mich, wenn Herr M. demnächst wieder ganz auf eigenen Beinen steht“, sagt Gerd Steinmann, der ihn in den vergangenen fünf Jahren betreute. „Er hat sein Leben wieder voll im Griff.“
„Ich bin 2006 ins Ambulant Betreute Wohnen gekommen und habe schnell gemerkt, dass mir hier geholfen wurde“, so M. In den Jahren davor lebte er in einem Zustand der Überforderung und des Gefühls, ganz alleine auf der Welt zu sein. Dabei war – und ist er heute wieder – stets ein lebenslustiger Typ. Ein Mann, der mit beiden Beinen im Leben stand und gutes Geld verdiente. Doch irgendwann entglitt ihm die Kontrolle.
„Es fing an, als ich Anfang der 90er Jahre meinen geliebten Job als Fahrer verlor“, berichtet M. Bei einem Arbeitsunfall hatte er sich stark am Rücken verletzt. „Ich habe mit meiner Freundin zusammen gelebt und war plötzlich finanziell voll von ihr abhängig“, so M. über die Zeit, in der er sich erstmals in seinem Leben „wie ein ganz kleines Männlein“ fühlte. Der nächste Schicksalsschlag ließ nicht auf sich warten. „Mit dem Tod meiner Mutter bald danach hatte ich alle sozialen Kontakte verloren.“ Nur im Regenbogen-Treff, den er bereits seit Jahren kannte und regelmäßig besuchte, fand er noch Gespräche und Zerstreuung. „Als wir uns kennen lernten, war Herr M. ein Mann, der jedem seine Hilfe anbot, aber selbst keine annehmen wollte“, berichtet Steinmann. Dabei weiß M. heute selbst am besten: „Die Erkenntnis, dass ich psychisch krank geworden war und Hilfe brauchte, war für mich wichtig.“ Die Bewo-Zeit tat ihm gut – war aber vor allem zu Beginn nicht leicht. „Anfangs“, erinnert M. sich heute, habe er sich immer gedacht: „Jetzt ist ja der Herr Steinmann da, der macht das schon, der kümmert sich um alles.“ Oft hätten sich die beiden dann in den Haaren gelegen, wenn es um Arztbesuche, Papierkram oder Besorgungen ging. „Das hat dazu beigetragen, dass Herr M. nicht mehr so konfliktscheu ist wie früher“, stellt Steinmann das Positive heraus. „Mit der Zeit haben wir dann gemeinsam einen guten Weg gefunden und er hat sich immer weiter stabilisiert.“
Einen weiteren großen Schritt machte M. dann, als er sich entschloss, ein Ehrenamt bei Regenbogen zu übernehmen. Seit drei Jahren ist er nun vier Mal in der Woche ganztägig als Fahrer im Einsatz. Ein großer Gewinn für beide Seiten. „Mein Ehrenamt hat mir wieder einen Lebenssinn gegeben. Das Ambulant Betreute Wohnen war der Krückstock, der mich zurück auf den richtigen Weg gebracht hat“, erzählt er. „Doch diesen Stock brauche ich jetzt nicht mehr.“ Zum 1. August wird Karl-Heinz M. deswegen das Bewo verlassen. „Aber ich bleibe ja beim Regenbogen. Nur jetzt nicht mehr als derjenige, der die Hilfe empfängt.“ Und auch bei sich zu Hause hat er wieder Verantwortung übernommen. In seinem Wohnhaus ist M. vom Eigentümer ganz offiziell zum Hausmeister ernannt worden. „Ich kümmere mich dort um alles. Das macht viel Spaß.“
Abschied von Dietmar Köhler
Am 23. Mai ist Dietmar Köhler im Alter von nur 49 Jahren seinem langen Krebsleiden erlegen. Herr Köhler wurde seit 1996 durch den Regenbogen betreut. Bis 2002 lebte er im Wohnheim Heiligenbaumstraße, danach zog er ins Ambulant Betreute Wohnen. Es war ein langer Weg und er war sicher nicht immer einfach.
Nicht für Herrn Köhler und nicht für die Menschen, die seine Bezugsbetreuung übernahmen. Trotz aller Probleme fanden wir aber immer einen gemeinsamen Weg und Lösungen, so dass es Herrn Köhler gelang sein Leben wieder autonom und selbstbestimmt zu gestalten.
Viele Jahre hatte es ihn in seinem Leben von Einrichtung zu Einrichtung gezogen. Nirgendwo wollte oder konnte er bleiben. Erst beim Regenbogen fand er seinen Platz, schaffte es sesshaft zu werden und Kontakte zu knüpfen, die seit vielen Jahren bestanden. Wir vermissen ihn alle sehr und bewundern ihn für die Kraft, die er in den letzten drei Jahren aufgebracht hat. Er hat nie aufgegeben, nie geklagt und behandelte seine Mitmenschen stets wertschät-zend und freundlich. Dietmar Köhler war ein großzügiger, freiheitsliebender, manchmal ein bisschen chaotischer Mensch und seine Tür stand für andere immer offen. Sein Tod hinterlässt eine Lücke.
Wir werden bestimmt noch sehr oft an ihn denken und ihn niemals vergessen.
15 neue Arbeitsplätze geschaffen
Seit der Gründung des Regenbogen e.V. 1983 sowie der ersten Tochtergesellschaft, der heutigen Regenbogen Duisburg GmbH, 1988, ist unser Tätigkeitsfeld und die Anzahl der Menschen, die unsere Hilfe in Anspruch nehmen, immer weiter gewachsen. Auch im vergangenen Jahr kamen neue Wirkungskreise hinzu. Mit den Herausforderungen hat in all den Jahren auch die Zahl der Mitarbeiter stetig zugenommen. 2007 war der Mitarbeiter-Zuwachs, entsprechend der Zunahme bei den Hilfesuchenden, besonders groß.
Waren es Ende 2006 noch 102 Mitarbeiter, beschäftigte die Gesellschaft ein Jahr später 117 Mitarbeiter. Die meisten neuen Mitarbeiter sind im Bereich des Betreuten Wohnens beschäftigt. Doch auch in der Verwaltung wurde Personal aufgestockt.
Zusammen mit der Regenbogen Junior GmbH und den Integrationsbetrieben hat Regenbogen derzeit 156 Mitarbeiter.
Ergotherapeutische Angebote
Gut ein Jahr, nachdem in der Kon-takt- und Beratungsstelle an der Ne-ckarstraße erstmals regelmäßig ergotherapeutische Aktivitäten angeboten wurden, ist das große Interesse ungebrochen.
Montags und dienstags finden sich nach den allgemeinen Öffnungszeiten interessierte Nutzer zum kreativen Arbeiten mit Seide, Papier und Pappe oder zum Aquarellmalen ein. Jeden zweiten Samstag wird in der benachbarten Tagesstätte an der Fuldastraße mit Acrylfarben auf Lein-wand und Keilrahmen gemalt. Alle drei Angebote erfreuen sich großer Beliebtheit. Bei der Auswahl der Aktivitäten orientieren wir uns an den Wünschen und Bedürfnissen der Nutzer. Deswegen erweitern sich die Angebote stetig.
Immer häufiger beteiligen sich inzwischen auch Menschen, die im Be-treuten Wohnen (BeWo) leben. Auch Dank der guten Zusammenarbeit mit den Kollegen des BeWo können im-mer mehr Nutzer zur Teilnahme motiviert werden. Die Gruppen sind des-wegen deutlich gewachsen. Vorteil des Angebots ist, dass sie neben der Tagesstrukturierung außerdem eine weitere Möglichkeit bieten, soziale Kontakte zu knüpfen, zu halten und auszubauen.
Seit einigen Monaten wird die Gruppe am Montag zudem von der Ergo-therapeutin Daniela Puchar ehrenamtlich unterstützt. Ihrer engagierten, ehrenamtlichen Arbeit haben wir zu verdanken, dass die Gruppe auch in Urlaubszeiten stattfinden kann.
Wir möchten Bewohner der Wohnheime und der Außenwohngruppen herzlich einladen an den Angeboten teilzunehmen.
Interessenten können sich unter der Telefonnummer 0203/300 36-30 oder direkt in der Kontakt- und Beratungsstelle melden.
Heike Remmert,
Kontakt- und Beratungsstelle Neckarstraße
Veränderungen im Betreuten Wohnen
Die gestiegene Zahl der Mitarbeiter im Ambulant Betreuten Wohnen (BeWo) und neue inhaltliche Schwerpunkte machten räumliche Anpassungen notwendig. Deswegen haben sich einige Anschriften geändert. So hat der Bereichsleiter Dr. Sebastian Kühl sein Büro jetzt an der Falkstraße 73-77 in Duissern.
Um bei der gewachsenen Komplexität der Leistungen die fachliche Begleitung der Mitarbeiter sicherzustellen, wird Melanie Peter als Teamleiterin die Bereichsleitung unterstützen.
„Team I“ an unserem Standort Falkstraße ist insbesondere für die Aufnahmekoordination und Migranten zuständig. Die Mitarbeiter decken Sprachkenntnisse in Türkisch, Albanisch, Serbokroatisch, Italienisch, Französisch, Portugiesisch und Spanisch ab.
„Team II“ betreut schwerpunktmäßig psychisch kranke und suchtkranke Menschen in Duisburg Süd. Besondere Aufgabe dieses Teams ist das Schnittstellenmanagement zwischen ambulanten und stationären Angeboten.
Das Team an der Händelstraße 10 in Rheinhausen hat sich auf die Betreuung psychisch kranker Menschen in Duisburg westlich des Rheins spezialisiert.
Durch seine Nähe zu der Kontakt und Beratungsstelle Mitte/Süd ist das BeWo-Team an der Neckarstraße in der Innenstadt besonders für die Betreuung der Nutzer qualifiziert, die eine besonders enge Kooperation mit dem Bereich Tagesstruktur benötigen.
Alle Anschriften und Telefonnummern der einzelnen Ansprechpartnerfinden Sie im Internet unter:
www.regenbogen-duisburg.de.
Dr. Sebastian Kühl, Bereichsleiter Wohnverbund