Artikel-Schlagworte: „Ehrenamt“
Mein Ehrenamt stärkt meine Psyche
„Seit anderthalb Jahren besuche ich die Tagesstätte in Rheinhausen. Schon davor hatte ich verschiedene Ehrenämter, die ich aber manchmal nur unzuverlässig ausführen konnte, da es mir oft sehr schlecht ging. Ich bin examinierte Krankenschwester und ich habe auch viele Jahre in diesem Beruf gearbeitet, kann ihn aber heute aufgrund meiner psychischen Erkrankung nicht mehr ausüben. Seitdem ich die Tagesstätte besuche, bin ich psychisch aber deutlich stabiler, sodass ich meine Ehrenämter nun wieder besser ausführen kann. Mit den Mitarbeitern in der Tagesstätte habe ich die Möglichkeit, über meine ehrenamtlichen Tätigkeiten zu sprechen. Sie zeigen großes Interesse daran und motivieren mich, diese weiterhin auszuüben. Unter anderem leite ich den Duisburger Arbeitskreis der Kindernothilfe. Dort übernehme ich die Organisation verschiedener Veranstaltungen und Aktionen, zum Beispiel für Info-Stände in der Duisburger Innenstadt. Neue Helfer werden hier übrigens gerne gesehen!
In der Tagesstätte bekomme ich gute Ideen für Bastelarbeiten, die ich zu Hause mache und die dann am Stand gegen eine Spende erworben werden können. Außerdem bin ich im Eine-Welt-Laden tätig und schreibe Briefe für Amnesty International. Auch hier hilft mir die Tagesstätte, da ich dort den Umgang mit dem PC erlerne. An den Wochenenden, wenn keine hauptamtlichen Mitarbeiter im Dienst sind, halte ich die Kontakt- und Beratungsstelle mit einem weiteren ehrenamtlichen Helfer für mehrere Stunden geöffnet.
Die Kombination aus Tagesstätte und Ehrenämtern hat mir viel Input, Tagesstruktur und Lust auf Aktivitäten beschert. Da ich offen mit meiner Erkrankung umgehe, habe ich nie schlechte Erfahrungen gemacht, und falls ich mal einen schlechten Tag habe, kann ich mich bei den Ehrenämtern auch mal zurücknehmen.“
Frau A., 46 Jahre
Engagierte Tagesstätten-Besucher
Ohne ehrenamtliches Engagement sähe die Gesellschaft anders aus und wären auch die Angebote des Regenbogen e.V. weniger vielseitig. Die Ehrenamtler sorgen zum Beispiel dafür, dass unsere Kontakt- und Beratungsstellen (KuB) an jedem Tag im Jahr geöffnet sind. Möglichkeiten ehrenamtlich tätig zu werden gibt es jede Menge. Einige Besucher der Tagesstätte in Rheinhausen haben einen Weg gefunden, ihr Leben durch soziales Engagement zu bereichern.
So arbeitet Tagesstätten-Besucher Herr S. seit drei Jahren regelmäßig in der Beschwerdestelle mit. Herr S.: „In der Tagesstätte habe ich von der Existenz der Beschwerdestelle erfahren und bin von der Regenbogen-Mitarbeiterin Martina Brauers dazu motiviert worden dort mitzuarbeiten. Ich finde es gut, dass ich etwas Sinnvolles tue und anderen psychisch Erkrankten mit meiner Erfahrung helfen kann.“
Seit 2006 liest Frau S. einmal pro Woche in einer Kindertagesstätte vor: „Ich lese selbst sehr gerne und interessiere mich schon seit längerem für Kinderbücher. Die Begeisterung der Kinder, die sich jede Woche auf mich freuen und mich stürmisch begrüßen, gibt mir das Gefühl, gebraucht zu werden.“
Frau K. leitet seit vielen Jahren eine Handarbeitsgruppe in einem AWO-Seniorenzentrum in Rheinhausen und kümmert sich um die Verpflegung der Teilnehmerinnen. Frau K.: „Diese Gruppe gibt mir das Gefühl von Normalität. Erst durch den Besuch der Tagesstätte habe ich mich gesundheitlich stabilisiert und an Selbstbewusstsein gewonnen, dass ich mir eine solche Tätigkeit zutraue. Auch innerhalb der Tagesstätte leite ich eine kleine Strickgruppe.“
Drei weitere Tagesstätten-Besucher sind ehrenamtlich tätig: Zwei übernehmen einmal pro Monat den Wochenenddienst im Regenbogen-Treff, eine Besucherin engagiert sich bei „Bürger für Bürger“, einer Lebensmittelausgabe für bedürftige Menschen. Trotz chronischer Erkrankung leisten mehr als ein Viertel der Tagesstätten-Besucher wertvolle Arbeit.
Stichwort Beschwerdestelle
An die Beschwerdestelle können sich Duisburger wenden, die Schwierigkeiten mit Einrichtungen oder Personen der psychiatrischen Versorgung haben. In der Beschwerdestelle arbeiten Psychiatrieerfahrene, engagierte Bürger und Fachkräfte zusammen. Erreichbar ist die Beschwerdestelle jeden Dienstag von 15.30 bis 17 Uhr im „Kleinen Prinzen”, Schwanenstraße 5-7, 47051 Duisburg und unter Telefon 0203/283 5423.
Trauer um Karin Greiffenberg
Karin Greiffenberg kannte den Regenbogen wie kaum eine andere. Schon im Regenbogen-Treff in Buchholz zählte sie zu den regelmäßigen Besuchern. Seit 1994 war sie ehrenamtliche Mitarbeiterin. So konnte der Treff auch ohne Anwesenheit hauptamtlicher Mitarbeiter am Wochenende öffnen. Sie war eine Person mit Ecken und Kanten. Liebevoll nannten Besucher sie seit Jahren „die Gräfin“.
Anweisungen, die sie erteilte, wurden ohne Murren befolgt. In den 15 Jahren ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit gab es keine Krise, die sie nicht löste. In schwierigen Situationen bewahrte sie die Ruhe und verrichtete ihre Arbeit mit großer Sorgfalt und ermutigte Besucher, denen es nicht gut ging. Und sie war großzügig, machte gerne Geschenke. Sich selbst gegenüber war sie anspruchslos. Ehrungen für ihre Arbeit schlug sie aus.
Am 4. August ist Karin Greiffenberg im Alter von 68 Jahren gestorben. Wir werden uns noch sehr lange an sie erinnern und sind dankbar für ihr großes Engagement und ihre außergewöhnliche Hilfsbereitschaft.
Ehrenamtliche Arbeit im Regenbogen-Treff
Mein Name ist Hans-Werner Seyfried und ich bin froh, dass es den Regenbogen-Treff an der Neckarstraße 52 gibt. Dort fühle ich mich seit mehr als zehn Jahren geborgen.
Seit einigen Jahren leiste ich zusammen mit Herrn Sabri Sen am Wochenende und an Feiertagen hier ehrenamtlichen Dienst. Die Zusammenarbeit mit Herrn Sen ist sehr harmonisch und ausgewogen.
Mir macht die Arbeit viel Spaß und Freude. Mit Herrn Sen kümmere ich mich um das Wohl unserer Besucher am Wochenende und an Feiertagen. So erledigen wir alle anfallenden Arbeiten im Treff. Dazu gehören der Verkauf von Kaffee und Kuchen, Telefondienst, Spülarbeiten, das Erstellen von Besucherlisten und vieles mehr. Im Durchschnitt kommen am Wochenende täglich zwischen zwanzig und dreißig Besucher. Diese sind sehr froh darüber, dass sie durch uns auch am Wochenende und an Feiertagen eine Anlaufstelle haben. Geöffnet haben wir dann immer von 10 bis 16.45 Uhr.
So sind wir auch bei Problemen der Besucher Ansprechpartner und sorgen mitunter für Ordnung im Treff. Bis zum heutigen Zeitpunkt haben wir alle Krisen und Konflikte, die vereinzelt am Wochenende unter den Besuchern auftraten, alleine gemeistert. Nach dem Wochenende halten wir Rücksprache mit den hauptamtlichen Betreuungskräften der Kontakt- und Beratungsstelle.
Ich mache diese Arbeit gerne, weil ich gerne Verantwortung für andere Mitmenschen übernehme.
Jahreswechsel
„Es ist nicht wenig Zeit,
die wir haben,
sondern es ist viel Zeit,
die wir nicht nutzen.
Lucius Annaeus Seneca
Liebe Mitglieder, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Freundinnen und Freunde des Regenbogen. Das zurückliegende Jahr war kein ungewöhnliches. Wir haben wie in den Jahren zuvor viele Herausforderungen gemeistert und Neues gelernt. Oft war die Arbeit anstrengend, manchmal bedrückend, und der Blick in die Zukunft ist kurz vor dem Jahreswechsel ungewiss. Doch unsere Arbeit war lohnenswert. Wir haben es geschafft, in vielen Menschen Hoffnung zu wecken für sich selbst. Das Besondere an diesem Jahr war die Verschmelzung der kleineren Regenbogen Junior GmbH auf die größere Regenbogen Duisburg GmbH, mit der wir unsere Strukturen gestrafft haben. Die Angebote für Menschen mit geistigen Behinderungen und für junge Menschen mit seelischer Erkrankung gewannen dabei eine neue Dimension. 2008 war auch das Jubiläumsjahr, in dem wir das 25-jährige Bestehen des Regenbogen e.V. ausgiebig gefeiert und auf ein bewegtes Vierteljahrhundert zurück geblickt haben. Nun geht unser Blick nach vorne. Und wir freuen uns auf den Weg, den wir gemeinsam mit Ihnen zurück legen werden – auch wenn die ersten neuen Hürden schon sichtbar sind und die Knappheit des Geldes in den öffentlichen Kassen, von denen wir in besonderem Maße abhängig sind, im Vordergrund steht. Für Ihre Unterstützung und Ihren engagierten Einsatz bedanken wir uns herzlich. Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches und glückliches Jahr 2009.
Jörg Bickenbach, Manfred Hagemeister, Vorstand, Elisabeth Hofmann, Geschäftsführung