Artikel-Schlagworte: „geistig behinderte Menschen“
Der Traum von der eigenen Wohnung
Mit Förderung durch die KoKoBe
leben Menschen mit geistiger Behinderung selbständig
Thomas Becker ist ein junger Mann mit einem eigenen Kopf. Er weiß genau, was er will. Doch wie das oft so ist, gab es auch in seinem Elternhaus nicht nur eine Meinung. Vater, Mutter und Bruder hatten eigene Ansichten. Manchmal gab es Kompromisse, manchmal gab es Streit. Lange hat der heute 31-Jährige davon geträumt, in eine eigene Wohnung zu ziehen. So recht glaubte im Hause Becker aber keiner, auch nicht Thomas, daran, dass das mal klappen würde. Der junge Mann ist seit seiner Geburt geistig behindert. Er kommt damit gut zurecht. Doch er hat Schwierigkeiten, jeden Tag alle anfallenden Herausforderungen ganz alleine zu bewältigen.
Doch Thomas Becker ist handwerklich begabt, begeistert sich für Maschinen und Werkstoffe und fühlt sich in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM), wo er in der Tischlerei arbeitet, pudelwohl. Vor zwei Jahren offenbarte er sich dann einem Mitarbeiter. „Ich würde so gerne in eine eigene Wohnung ziehen“, war sein Wunsch. An dieser Stelle war die Fachkompetenz von Cornelius Dausien gefragt, um das von Thomas Becker formulierte Ziel auf den Weg zu bringen.
Dausien arbeitet für die Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle (KoKoBe) die im Auftrag des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) Menschen mit geistiger Behinderung dabei fördert, ein selbständiges Leben zu führen. Die Träger der KoKoBe Mitte/Süd sind die Regenbogen Duisburg GmbH, die Behinderten Wohnheim Duisburg GmbH und der Verein Integrationsmodell Ortsverband Duisburg e.V.. Er stellte den Kontakt zu einem Träger her, der Becker dabei unterstützte eine eigene Wohnung zu finden. Inzwischen lebt Becker seit zwei Jahren in seiner eigenen Wohnung in seinem Heimatstadtteil Neudorf. Er kocht und putzt, geht morgens zur Arbeit und genießt das selbständige Leben. Zwei bis drei Mal pro Woche kommen Mitarbeiter vom Betreuten Wohnen vorbei. „Die erklären mir dann, wie ich mein Hemd bügeln muss ohne Löcher rein zu machen“, schmunzelt Becker. Bügeln muss er allerdings alleine. Gerne empfängt er die Eltern und seinen Bruder, mit dem er sich früher so oft gestritten hat, bei sich zu Hause zu Besuch.
Ganz anders war es bei Angela Reddig. Die 52-Jährige hatte schon vor vier Jahren eine eigene Wohnung angemietet, hielt sich aber die meiste Zeit bei ihrer kranken Mutter auf. Im Mai 2009 starb die alte Frau und Angela Reddig wusste nicht so recht, wie es weitergehen soll. Als sie in der WfbM, wo sie mit viel Eifer im Küchenbereich arbeitet, von der KoKoBe hörte, zögerte sie nicht lange. „Beim ersten Besuch gab es ein langes Gespräch“, erinnert sich KoKoBe-Mitarbeiterin Anke Janßen. Reddig interessierte sich besonders für die verschiedenen Freizeitangebote die durch die KoKoBe und die mit ihr kooperierenden Träger der Behindertenhilfe angeboten werden. Da sie auch im Alltag Unterstützung brauchte, stellte Janßen den Kontakt zum Betreuten Wohnen her wie es ein Jahr zuvor Cornelius Dausien bei Thomas Becker gemacht hatte. Sie unterstützte sie bei Behördenangelegenheiten und ist ihr bis heute eine vertraute Ansprechpartnerin. Mehrmals die Woche kommt Reddig in die KoKoBe, die es in Mitte /Süd an zwei Standorten gibt. Seit einigen Wochen nimmt sie mit sechs anderen Besuchern aktiv an einer Trauergruppe teil. „Das hilft sehr“, sagt die gebürtige Duisburgerin die glücklich ist, hier sehr viel mit anderen Menschen zu tun zu haben. Am liebsten würde sie mit all diesen Bekannten täglich kegeln gehen. Da spielen diese allerdings nicht mit und Reddig weiß auch warum. „Ich gewinne immer“, strahlt sie selbstbewusst.
Die KoKoBe
Die Koordinierung-, Kontakt- und Beratungsstelle hat der Landschaftsverband Rheinland 2004 ins Leben gerufen. Heute gibt es 83 KoKoBe in 27 Städten und Kreisen. Alleine in Duisburg gibt es in Walsum, Nord, West und Mitte/Süd vier Anlaufstellen. Die KoKoBe Mitte/Süd wiederum unterhält zwei Standorte an der Schwanenstraße 5-7 in der Innenstadt (Telefon 0203/735225) und an der Ruhrorter Straße 53 in Kaßlerfeld (Telefon 0203/9327911).
Mehr Infos gibt es im Internet: www.kokobe-duisburg.de.
Stadtwerke spendeten Solarstrom
Pünktlich zum Frühlingsbeginn überwiesen die Stadtwerke 1614,09 Euro an Regenbogen. Jährlich verschenkt der Energieversorger den Geldwert des Stroms, der mit den drei Solarkaminen am Kraftwerk in Wanheim in einem Jahr erzeugt werden konnte. „Vorstand und Geschäftsführung sowie unsere Mitglieder und vor allem die Menschen, die Dank dieser Spende nun noch besser von uns unterstützt und begleitet werden können, danken den Stadtwerken sehr“, so Geschäftsführerin Elisabeth Hofmann. Der Betrag wird in die Betreuung von Menschen mit geistigen Behinderungen investiert.
Strukturwandel bei Regenbogen
Auch im Regenbogen ist es wieder einmal Zeit, neue Wege entstehen zu lassen. Ziele dabei sind die thematische Bündelung der Dienstleistungen, Steigerung der Effizienz in den Entscheidungsstrukturen und die zeitnahe Planung neuer Projekte.
Künftig soll es daher neben den bereits bestehenden Bereichen einen neuen Bereich „Wohnverbund Jugendhilfe / Projektmanagement“ geben. Schwerpunkt dieses Bereiches ist neben der Koordination der Jugendhilfe die Erschließung und Begleitung neuer Projekte. Diesem neuen Bereich gehören das Wohnheim Dammstraße, die Ambulante Jugendhilfe und das Projektmanagement an. Die Bereichsleitung übernimmt Britta Asch. Sie wird mit der Übernahme der neuen Aufgabe die Funktion als Heimleiterin im Worringer Reitweg aufgeben, jedoch weiterhin Heimleiterin des Hauses Dammstraße bleiben. Stellvertreter dort bleibt Dr. Matthias Herrmann.
Die Leitung des Wohnheims Worringer Reitweg übernimmt der bisherige Stellv. Heimleiter Kolja Ruhl, seine Position Jeannine Lübke-Werny.
Als Stellv. Bereichsleitung im Wohnverbund, den wir künftig als „Wohnverbund Erwachsene“ bezeichnen werden, rückt Michael Bormke nach. Diesem Bereich gehören die Teilbereiche Betreutes Wohnen, die Wohnheime Heiligenbaumstraße und Worringer Reitweg sowie AKIS an.
Die Strukturen und die gesetzlichen Grundlagen der Hilfen für Menschen mit Behinderungen innerhalb des bislang bestehenden Wohnverbundes sind sehr heterogen. Die Hilfen für Erwachsene sind in der Regel auf Maßnahmen nach dem SGB XII bezogen, die der Jugendhilfe beziehen sich auf die Anforderungen des SGB VIII.
Die bestehende Komplexität des Bereiches soll zugunsten effizienterer Entscheidungsstrukturen reduziert werden.
Die Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung (KoKoBe) in Kaßlerfeld wird künftig dem Bereich Tagesstruktur angehören und der Bereichsleiterin Dr. Maria Rayermann zugeordnet. Darüber hinaus ist es thematisch sinnvoll, die KoKoBe mit den Kontakt- und Beratungsstellen und den Tagesstätten in einem Bereich zusammenzuführen.
Fit im Umgang mit PC und Internet
Wer schon immer wissen wollte, was eigentlich genau ein Link ist oder wieso ein Virus auch für einen Computer gefährlich werden kann, der kann dies nun in einem neuen Kurs in der AKIS-Geschäftsstelle an der Ruhrorter Straße 53 in Kaßlerfeld lernen. Dort gibt es ab sofort dienstags, 17 bis 20 Uhr, die Möglichkeit, den Umgang mit Computern und dem Internet zu lernen. Doch auch wer schon etwas weiter ist und sich besser auskennt, kann an dem Kurs teilnehmen, sein Wissen erweitern oder anderen helfen.
Der Einstieg in den Kurs, der von Dennis Müller geleitet wird, ist jederzeit möglich. Sobald sich alle Kursteilnehmer am PC fit genug fühlen, wird es an der Ruhrorter Straße regelmäßig ein Internet-Café geben. Wir werden darüber berichten.
Möglich wird das neue Angebot Dank der Unterstützung durch die AWO Duisburg, die Regenbogen anlässlich des 25-jährigen Bestehens 1000 Euro für den Kauf von zwei hochmodernen neuen Computern spendete
Gut besuchte Sommerfeste
Der große Garten am Wohnheim Heiligenbaumstraße in Wanheim bietet seit Jahren die perfekte Kulisse für schöne Sommerfeste. Wenn dann die Sonne so vom Himmel lacht wie in diesem Jahr, kommt schnell Feierstimmung auf. Bewohner und Mitarbeiter des Wohnheims hatten einmal mehr dafür gesorgt, dass es den weit über 100 Gästen des Sommerfestes an nichts mangelte.
Auch Nachbarn und Politiker waren wie in den Vorjahren zum Fest gekommen. Highlight war das Debut der Band aus dem Wohnheim „Haus Regenbogen“. Dank einer großzügigen Spende der Firma Haeger & Schmidt International GmbH konnten wir die Band mit hochwertigen Instrumenten ausstatten. Beim Sommerfest gab es bei einem kleinen Konzert dann den ersten guten Hör-Eindruck.
Etwas kleiner aber auch gut besucht, fand ein weiteres Sommerfest im AKIS-Projekt in der KoKoBe in Kaßlerfeld statt. „29 Besucher waren dabei, ein tolles Ergebnis“, blickt Mitarbeiter Dennis Müller zufrieden zurück. Die Mitarbeiter hatten für das Buffet gesorgt, doch beim abschließenden Aufräumen packten alle gemeinsam an.
