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KoKoBe-Ausflüge sind beliebt

Die Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen mit geistiger Behinderung (KoKoBe) in Mitte / Süd organisiert halbjährlich Ausflüge, zu denen sowohl Menschen mit als auch ohne Behinderung eingeladen sind. Der Kostenbeitrag wird möglichst gering gehalten.

So trafen sich jetzt am Hauptbahnhof mehr als 30 Teilnehmer und fuhren gemeinsam mit der Straßenbahn zum Aqua-Zoo nach Düsseldorf. Der Aqua-Zoo ist barrierefrei und konnte daher auch von einem Rollstuhlfahrer problemlos besucht werden. Erfüllt mit vielen farbenfrohen Eindrücken aus der Wasserwelt kehrte die Gruppe zufrieden zurück.

Weitere Freizeitmöglichkeiten für Menschen mit und ohne Behinderung gibt es im Veranstaltungskalender „Gemeinsam“, der in allen KoKoBe ausliegt oder dort bestellt werden kann.

Viele der Menschen mit geistiger Behinderung, die an dem Ausflug teilgenommen haben, wohnen selbständig in einer eigenen Wohnung mit ambulanter Betreuung. Der Weg in die eigene Wohnung wird häufig von der KoKoBe initiiert und begleitet.

Die KoKoBe ist ein kostenloses Beratungsangebot für Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen sowie deren Angehörige und Betreuer. Vorrangiges Ziel ist es, Menschen mit Behinderung dabei zu unterstützen, ihre gewünschte Lebenswelt möglichst normal und weitgehend selbstbestimmt zu gestalten.

Die KoKoBe Duisburg Mitte/Süd finden Sie an zwei Standorten in Duisburg-Kaßlerfeld und in Duisburg-Stadtmitte. Mehr Infos gibt es auf der Homepage: www.kokobe-duisburg.de.

Der Traum von der eigenen Wohnung

Mit Förderung durch die KoKoBe

leben Menschen mit geistiger Behinderung selbständig

Thomas Becker ist ein junger Mann mit einem eigenen Kopf. Er weiß genau, was er will. Doch wie das oft so ist, gab es auch in seinem Elternhaus nicht nur eine Meinung. Vater, Mutter und Bruder hatten eigene Ansichten. Manchmal gab es Kompromisse, manchmal gab es Streit. Lange hat der heute 31-Jährige davon geträumt, in eine eigene Wohnung zu ziehen. So recht glaubte im Hause Becker aber keiner, auch nicht Thomas, daran, dass das mal klappen würde. Der junge Mann ist seit seiner Geburt geistig behindert. Er kommt damit gut zurecht. Doch er hat Schwierigkeiten, jeden Tag alle anfallenden Herausforderungen ganz alleine zu bewältigen.

Gemeinsam bilden Cornelius Dausien und Thomas Becker sowie Angela Reddig und Anke Janßen ein Team.

Gemeinsam bilden Cornelius Dausien und Thomas Becker sowie Angela Reddig und Anke Janßen ein Team.


Doch Thomas Becker ist handwerklich begabt, begeistert sich für Maschinen und Werkstoffe und fühlt sich in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM), wo er in der Tischlerei arbeitet, pudelwohl. Vor zwei Jahren offenbarte er sich dann einem Mitarbeiter. „Ich würde so gerne in eine eigene Wohnung ziehen“, war sein Wunsch. An dieser Stelle war die Fachkompetenz von Cornelius Dausien gefragt, um das von Thomas Becker formulierte Ziel auf den Weg zu bringen.

Dausien arbeitet für die Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle (KoKoBe) die im Auftrag des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) Menschen mit geistiger Behinderung dabei fördert, ein selbständiges Leben zu führen. Die Träger der KoKoBe Mitte/Süd sind die Regenbogen Duisburg GmbH, die Behinderten Wohnheim Duisburg GmbH und der Verein Integrationsmodell Ortsverband Duisburg e.V.. Er stellte den Kontakt zu einem Träger her, der Becker dabei unterstützte eine eigene Wohnung zu finden. Inzwischen lebt Becker seit zwei Jahren in seiner eigenen Wohnung in seinem Heimatstadtteil Neudorf. Er kocht und putzt, geht morgens zur Arbeit und genießt das selbständige Leben. Zwei bis drei Mal pro Woche kommen Mitarbeiter vom Betreuten Wohnen vorbei. „Die erklären mir dann, wie ich mein Hemd bügeln muss ohne Löcher rein zu machen“, schmunzelt Becker. Bügeln muss er allerdings alleine. Gerne empfängt er die Eltern und seinen Bruder, mit dem er sich früher so oft gestritten hat, bei sich zu Hause zu Besuch.

Ganz anders war es bei Angela Reddig. Die 52-Jährige hatte schon vor vier Jahren eine eigene Wohnung angemietet, hielt sich aber die meiste Zeit bei ihrer kranken Mutter auf. Im Mai 2009 starb die alte Frau und Angela Reddig wusste nicht so recht, wie es weitergehen soll. Als sie in der WfbM, wo sie mit viel Eifer im Küchenbereich arbeitet, von der KoKoBe hörte, zögerte sie nicht lange. „Beim ersten Besuch gab es ein langes Gespräch“, erinnert sich KoKoBe-Mitarbeiterin Anke Janßen. Reddig interessierte sich besonders für die verschiedenen Freizeitangebote die durch die KoKoBe und die mit ihr kooperierenden Träger der Behindertenhilfe angeboten werden. Da sie auch im Alltag Unterstützung brauchte, stellte Janßen den Kontakt zum Betreuten Wohnen her wie es ein Jahr zuvor Cornelius Dausien bei Thomas Becker gemacht hatte. Sie unterstützte sie bei Behördenangelegenheiten und ist ihr bis heute eine vertraute Ansprechpartnerin. Mehrmals die Woche kommt Reddig in die KoKoBe, die es in Mitte /Süd an zwei Standorten gibt. Seit einigen Wochen nimmt sie mit sechs anderen Besuchern aktiv an einer Trauergruppe teil. „Das hilft sehr“, sagt die gebürtige Duisburgerin die glücklich ist, hier sehr viel mit anderen Menschen zu tun zu haben. Am liebsten würde sie mit all diesen Bekannten täglich kegeln gehen. Da spielen diese allerdings nicht mit und Reddig weiß auch warum. „Ich gewinne immer“, strahlt sie selbstbewusst.

Die KoKoBe

Die Koordinierung-, Kontakt- und Beratungsstelle hat der Landschaftsverband Rheinland 2004 ins Leben gerufen. Heute gibt es 83 KoKoBe in 27 Städten und Kreisen. Alleine in Duisburg gibt es in Walsum, Nord, West und Mitte/Süd vier Anlaufstellen. Die KoKoBe Mitte/Süd wiederum unterhält zwei Standorte an der Schwanenstraße 5-7 in der Innenstadt (Telefon 0203/735225) und an der Ruhrorter Straße 53 in Kaßlerfeld (Telefon 0203/9327911).

Mehr Infos gibt es im Internet: www.kokobe-duisburg.de.

Mehr Stellen nach der Fusion

Am 1. Juli war es soweit: Die Tochtergesellschaft Regenbogen Junior GmbH wurde auf die Regenbogen Duisburg GmbH verschmolzen. Bei der Belegschaftsversammlung am 8. Juli wurden die „neuen“ Mitarbeite-rinnen und Mitarbeiter einander vor-gestellt. Nach der Begrüßung durch die Geschäftsführung und der Prä-sentation aller Angebote konnten die Kolleginnen und Kollegen sich im lockeren Rahmen kennenlernen. Das Ziel, die Verschmelzung möglichst nahtlos zu vollziehen, Nachteile für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für in der Betreuungsarbeit zu vermeiden, wurde erreicht.
Die Geschäftsführung des „verschmolzenen“ Bereiches wird nun von Elisabeth Hofmann mit über-nommen. Die Einrichtungen KoKoBe, AKIS und das ambulante Jugendprojekt wurden dem Bereich von Dr. Sebastian Kühl angegliedert. Britta Asch hat nun auch die Heimleitung des Wohnheims Dammstraße für psychische kranke Jugendliche über-nommen. Den beiden stellvertretenden Heimleitern wurden deutlich grö-ßere Kompetenzen und Entschei-dungsfreiräume eingeräumt. Um die unmittelbare Betreuung der Klienten so gut wie bisher zu gewährleisten, wurden in beiden Wohnheimen Stellen innerhalb der Betreuung im Schichtdienst aufgestockt, insgesamt um 0,75. Das entlastet die Mitarbeiter erheblich.
Der Betriebsrat wurde über alle personellen Veränderungen im Rahmen des Zustimmungsverfahrens, in gemeinsamen Verhandlungen zum Nachteilsausgleich und schriftlich informiert und beteiligt. Mit der Verschmelzung wurde der Wohnverbund um wichtige Angebote erweitert. Erste interne Kooperationen beweisen, dass alle Beteiligten von der breiteren Palette der Angebote profitieren.

Jahreswechsel 2007/2008

Es ist von grundlegender Bedeutung,

jedes Jahr mehr zu lernen,

als im Jahr davor.

Peter Ustinov

 

Liebe Mitglieder, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Freundinnen und Freunde des Regenbogen.

 

2007 neigt sich dem Ende zu. Wieder war es ein bewegtes und bewegendes Jahr, das uns viel Neues brachte für die Gestaltung unserer  Arbeit.

Das Betreute Wohnen konnten wir ausbauen. Die Tagesstätten erreichten so hohe Besucherzahlen, wie wir sie bisher noch nicht hatten. Der Integrationsfachdienst steht vor einer Umstrukturierung, die einen sehr engen Trägerzusammenschluss aller IFD in Duisburg zum Ziel hat. Bei Regenbogen steht „der Mensch im Mittelpunkt“ – mit seinen Stärken und Schwächen. Das bedeutet stetes Prüfen der Frage, was die Menschen, die zu uns kommen, brauchen, wenn sie unsere Unterstützung suchen.

Daher möchten wir den Menschen, die auf uns vertrauen, mehr Sicherheit vermitteln durch Angebote, die hilfreich für sie sind. So hat z. B. in Kaßlerfeld die Assistenz-, Kontakt- und Informationsstelle (AKIS) eröffnet, um Menschen mit geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen, ergänzend zur KoKoBe, einen Anlaufpunkt zu geben. Das Interesse zeigt, dass dies eine richtige Entscheidung war.

Dass unser Engagement wertvoll und nötig ist, spiegelt sich darin wieder, dass die Nutzerzahlen deutlich steigen. In  unseren  Einrichtungen  wurden mehr Menschen als je zuvor betreut, beraten oder über Projekte beschäftigt. Das ist ein großer Erfolg, der aber auch zeigt, dass wir nicht ruhen dürfen. Denn er wirft zugleich die Frage auf, warum trotz unserer Leistungen die Zahl der Menschen, die unsere Angebote wahrnehmen, unaufhörlich steigt. 

Insbesondere in den Kontakt- und Beratungsstellen ist die Nachfrage nicht nur ungebrochen, sondern wiederum höher als im Vorjahr. Wir möchten  das zum Anlass nehmen, im kommenden Jahr 2008, dem Jahr in dem der Regenbogen e.V. sein 25-jähriges Jubiläum feiert, diesen Bereich stärker auszubauen.

Im Wohnverbund werden wir dem Gedanken „ambulant vor stationär“ auch dadurch Rechnung tragen, dass wir zwei Wohnheimplätze abbauen. Mitarbeiterstellen sind dabei nicht gefährdet!

Es bleibt also viel zu tun, und wir werden uns unseren Aufgaben auch im kommenden Jahr wieder tatkräftig stellen.

Unseren Mitarbeitern danken wir sehr herzlich für ihren Einsatz und ihr Engagement. Sie sind unser Garant für gute Qualität.

Ihnen allen sind wir herzlich verbunden für Ihre Unterstützung, Ihre Zusammenarbeit und Ihren Zuspruch. Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches und glückliches Jahr 2008.

Herzlichst  Ihre

Jörg Bickenbach, 1. Vorsitzender

Dr. Dr. Wolfgang Krebs, 2. Vorsitzender

Elisabeth Hofmann, Geschäftsführerin

Jeder kann Judo trainieren

„Ich würde gerne Kampfsport machen. Gibt es da Angebote in Duisburg?“ Diese Frage eines jungen Mannes mit geistiger Behinderung, der die Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle (KoKoBe) in Kaßlerfeld besucht, war der Anlass, dass wir uns auf die Suche nach geeigneten Kursen machten. Schnell fanden sich weitere Interessierte, doch die Suche gestaltete sich schwierig. Vorhandene Angebote waren entweder zu teuer oder die sportlichen Anforderungen zu hoch.

Schließlich fand sich ein Judo-Trainer, der bereit war, die interessierten Klienten der KoKoBe in ein bestehendes Angebot zu integrieren. Anfängliche Bedenken hinsichtlich der unterschiedlichen Altersgruppen legten sich schnell. Die sechs erwachsenen Klienten der KoKoBe gliederten sich problemlos in die kleine Gruppe der jugendlichen Judoka ein und wurden von diesen begeistert aufgenommen. Nach  einigen  Probe-

stunden entschieden sich alle sechs, dem Verein beizutreten, der sich über den Zuwachs freut.

Langfristig sind Trainingswochenenden und Wettkämpfe geplant, die es bereits seit vielen Jahren für Menschen mit geistiger Behinderung gibt.

Die Gruppe trifft sich jeden Dienstag von 18 bis 20 Uhr in der Turnhalle der Koopmannschule in Meiderich.

Anke Janßen, KoKoBe

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