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Tag der Begegnung
Europas größtes Integrationsfest für Menschen mit und ohne Behinderung fand nach dem Abstecher in die Kulturhauptstadt Essen im vergangenen Jahr dieses Mal wieder im Archäologischen Park in Xanten statt. Das Fest, das der LVR 1998 spontan ins Leben rief, nachdem ein Gerichtsurteil Menschen mit Behinderung untersagt hatte, im Garten ihrer Betreuungseinrichtung zu verweilen, ist längst eine Traditionsveranstaltung. Dies bewiesen die rund 24.000 Besucher aus ganz Deutschland, die bei gutem Wetter den Weg nach Xanten angetreten hatten, um gemeinsam zu feiern.
Wie in jedem Jahr war auch Regenbogen wieder mit einem eigenen großen Stand vertreten. Hier gab es neben den Informationen zu den vielen verschiedenen Einrichtungen, Angeboten und Projekten auch wieder die Produkte zu kaufen, die in den vergangenen Monaten in der Ergotherapie entstanden sind.
Mit einem von Regenbogen zur Verfügung gestellten Bus fuhren viele Bewohner und Besucher unserer Häuser zum Tag der Begegnung und erlebten dort einige fröhliche Stunden, ehe es wieder zurück nach Duisburg ging.
Der 15. Tag der Begegnung im kommenden Jahr wird am 2. Juni stattfinden. Schon jetzt ist klar, dass Regenbogen auch dann wieder mit dabei sein wird.
Der Traum von der eigenen Wohnung
Mit Förderung durch die KoKoBe
leben Menschen mit geistiger Behinderung selbständig
Thomas Becker ist ein junger Mann mit einem eigenen Kopf. Er weiß genau, was er will. Doch wie das oft so ist, gab es auch in seinem Elternhaus nicht nur eine Meinung. Vater, Mutter und Bruder hatten eigene Ansichten. Manchmal gab es Kompromisse, manchmal gab es Streit. Lange hat der heute 31-Jährige davon geträumt, in eine eigene Wohnung zu ziehen. So recht glaubte im Hause Becker aber keiner, auch nicht Thomas, daran, dass das mal klappen würde. Der junge Mann ist seit seiner Geburt geistig behindert. Er kommt damit gut zurecht. Doch er hat Schwierigkeiten, jeden Tag alle anfallenden Herausforderungen ganz alleine zu bewältigen.
Doch Thomas Becker ist handwerklich begabt, begeistert sich für Maschinen und Werkstoffe und fühlt sich in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM), wo er in der Tischlerei arbeitet, pudelwohl. Vor zwei Jahren offenbarte er sich dann einem Mitarbeiter. „Ich würde so gerne in eine eigene Wohnung ziehen“, war sein Wunsch. An dieser Stelle war die Fachkompetenz von Cornelius Dausien gefragt, um das von Thomas Becker formulierte Ziel auf den Weg zu bringen.
Dausien arbeitet für die Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle (KoKoBe) die im Auftrag des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) Menschen mit geistiger Behinderung dabei fördert, ein selbständiges Leben zu führen. Die Träger der KoKoBe Mitte/Süd sind die Regenbogen Duisburg GmbH, die Behinderten Wohnheim Duisburg GmbH und der Verein Integrationsmodell Ortsverband Duisburg e.V.. Er stellte den Kontakt zu einem Träger her, der Becker dabei unterstützte eine eigene Wohnung zu finden. Inzwischen lebt Becker seit zwei Jahren in seiner eigenen Wohnung in seinem Heimatstadtteil Neudorf. Er kocht und putzt, geht morgens zur Arbeit und genießt das selbständige Leben. Zwei bis drei Mal pro Woche kommen Mitarbeiter vom Betreuten Wohnen vorbei. „Die erklären mir dann, wie ich mein Hemd bügeln muss ohne Löcher rein zu machen“, schmunzelt Becker. Bügeln muss er allerdings alleine. Gerne empfängt er die Eltern und seinen Bruder, mit dem er sich früher so oft gestritten hat, bei sich zu Hause zu Besuch.
Ganz anders war es bei Angela Reddig. Die 52-Jährige hatte schon vor vier Jahren eine eigene Wohnung angemietet, hielt sich aber die meiste Zeit bei ihrer kranken Mutter auf. Im Mai 2009 starb die alte Frau und Angela Reddig wusste nicht so recht, wie es weitergehen soll. Als sie in der WfbM, wo sie mit viel Eifer im Küchenbereich arbeitet, von der KoKoBe hörte, zögerte sie nicht lange. „Beim ersten Besuch gab es ein langes Gespräch“, erinnert sich KoKoBe-Mitarbeiterin Anke Janßen. Reddig interessierte sich besonders für die verschiedenen Freizeitangebote die durch die KoKoBe und die mit ihr kooperierenden Träger der Behindertenhilfe angeboten werden. Da sie auch im Alltag Unterstützung brauchte, stellte Janßen den Kontakt zum Betreuten Wohnen her wie es ein Jahr zuvor Cornelius Dausien bei Thomas Becker gemacht hatte. Sie unterstützte sie bei Behördenangelegenheiten und ist ihr bis heute eine vertraute Ansprechpartnerin. Mehrmals die Woche kommt Reddig in die KoKoBe, die es in Mitte /Süd an zwei Standorten gibt. Seit einigen Wochen nimmt sie mit sechs anderen Besuchern aktiv an einer Trauergruppe teil. „Das hilft sehr“, sagt die gebürtige Duisburgerin die glücklich ist, hier sehr viel mit anderen Menschen zu tun zu haben. Am liebsten würde sie mit all diesen Bekannten täglich kegeln gehen. Da spielen diese allerdings nicht mit und Reddig weiß auch warum. „Ich gewinne immer“, strahlt sie selbstbewusst.
Die KoKoBe
Die Koordinierung-, Kontakt- und Beratungsstelle hat der Landschaftsverband Rheinland 2004 ins Leben gerufen. Heute gibt es 83 KoKoBe in 27 Städten und Kreisen. Alleine in Duisburg gibt es in Walsum, Nord, West und Mitte/Süd vier Anlaufstellen. Die KoKoBe Mitte/Süd wiederum unterhält zwei Standorte an der Schwanenstraße 5-7 in der Innenstadt (Telefon 0203/735225) und an der Ruhrorter Straße 53 in Kaßlerfeld (Telefon 0203/9327911).
Mehr Infos gibt es im Internet: www.kokobe-duisburg.de.
Wer schreibt das schönste Gedicht?
Der Landschaftsverband Rheinland ruft dazu auf, kreativ zu werden zum „Tag der Begegnung“ am 27. Juni. Schreiben Sie, alleine oder in der Gruppe, ein Gedicht für oder über den Regenbogen. Ihrer Fantasie ist keine Grenze gesetzt!
Das schönste Gedicht, das am eindrucksvollsten beschreibt, was ein Fremder sich unter Regenbogen Duisburg vorzustellen hat, wird mit einem Preis belohnt und beim Tag der Begegnung ausgestellt! Schicken Sie Ihr Gedicht bis zum 31. Mai an: presse@regenbogenintegration-duisburg.de oder geben Sie es einem Regenbogen-Mitarbeiter, den Sie kennen.
Mit dem Bus zum Tag der Begegnung
Zum 12. Mal fand am 16. Mai der „Tag der Begegnung“ des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) im Archäologischen Park Xanten statt. Wo im vergangenen Jahr rund 28.000 Besucher dem Fest für alle Menschen mit und ohne Handicap einen neuen Besucherrekord beschert hatten, tummelten sich dieses Mal rund 30.000 Menschen.
Mittendrin im bunten Treiben fand sich einmal mehr, dieses Mal an besonders präsenter Stelle, der Regenbogen-Stand. Dank des zupackenden Einsatzes der Ergotherapeuten aus den Wohnheimen und den Tagesstätten war der Stand schon morgens aufgebaut und die unterschiedlichen Produkte, die Besucher und Bewoh-ner in den vergangenen Monaten gefertigt hatten, und sämtliches Info-Material waren dekorativ ausgelegt.
Doch nicht nur das LVR-Fest ist im Laufe der Jahre gewachsen. Auch Regenbogen Duisburg hat seine Bestreben, als aktives Mitglied dieses integrativen Festes wahrgenommen zu werden, stetig ausgebaut. Erst-mals hatten in diesem Jahr alle unsere Nutzer die Möglichkeit, den Tag der Begegnung mit einem Reisebus
kostenlos zu besuchen. Rund 50 Personen nutzten das Angebot und verbrachten kurzweilige Stunden auf dem Gelände. Einhelliger Tenor war: „Hierher zu kommen hat sich gelohnt, aber nächstes Jahr wollen wir ein bisschen länger bleiben.“
Dann findet der Tag der Begegnung übrigens zum ersten Mal in Essen statt.
Tag der Begegnung in Xanten
Mehr als 28.000 Menschen waren am 31. Mai beim „Tag der Begegnung“ im Archäologischen Park in Xanten (APX) dabei – ein neuer Rekord. Zum erfolgreichen Gelingen des bundesweit größten Integrationsfestes, das der Landschaftsverband Rheinland (LVR) zum elften Mal organisierte, trug auch in diesem Jahr wieder der Regenbogen bei. Für den Regenbogen waren aus den Wohnheimen und den Sozialpsychiatrischen Zentren in Duisburg-Mitte und Duisburg-Rheinhausen die Ergotherapeuten zusammen mit Besuchern und Bewohnern unserer verschiedenen Einrichtungen schon früh morgens angereist, um der interessierten Öffentlichkeit die vielfältigen Angebote für Menschen mit seelischen Problemen vorzustellen und die von unseren Besuchern in der Ergotherapie gefertigten Werkstücke feilzubieten.
Besucher und Teilnehmer stellten dabei erneut unter Beweis, dass es für ein faires, verständnisvolles und solidarisches Miteinander unerheblich ist, ob jemand ein Handicap hat oder nicht. In zahlreichen Gesprächen mit Betroffenen, Angehörigen und Kollegen anderer sozialer Einrichtungen entspann sich ein reger Gedanken- und Ideenaustausch, und auch das bunte Programm im APX ließ nirgendwo Langeweile aufkommen.
Besonderer Dank gilt den fünf mitgereisten Tagesstättenbesuchern und Wohnheimbewohnern, deren engagierte und tatkräftige Unterstützung beim Auf- und Abbau ebenso wie beim Verkauf und bei der Öffentlich-keitsarbeit wesentlich dazu beigetragen hat, die Botschaft unseres Leitbildes „Individuelle Hilfe zur Selbsthilfe in gesellschaftlicher Verantwortung für Menschen mit Handicap“ auch an diesem Samstag wirksam und glaubwürdig publik zu machen.
Der ansehnliche Erlös, den wir erzielen konnten, kommt wie immer unmittelbar unseren Nutzern zugute.
