Artikel-Schlagworte: „Tagesstruktur“
Kooperation mit dem Kunstverein
Ab sofort sind Regenbogen e.V. und der Kunstverein Duisburg Kooperationspartner. Das beschlossen beide Vereine jetzt nach einigen Gesprächen und einer ersten Stippvisite von Besuchern der Kontakt- und Beratungsstelle Mitte im Künstlerhaus am Weidenweg 10 in Kaßlerfeld. Dort haben mehrere Künstler ihr eigenes Atelier und hier werden jährlich mehrere Ausstellungen unterschiedlicher Kunststile gezeigt. Beide Vereine sind nun auch Mitglied des jeweils anderen Vereins.
„Viele unserer Besucher interessieren sich sehr für Kunst und sind – etwa im Rahmen der tagesstrukturierenden Angebote – auch kreativ tätig”, berichtet Dr. Maria Rayermann, Bereichsleiterin Tagesstruktur. „Besonders danke ich dem Geschäftsführer des Kunstvereins, Herbert Gorba, der sich sehr offen zeigte und mit dem wir schnell eine vertrauensvolle Basis finden konnten.”
Regelmäßig werden die Besucher der Regenbogen-Treffs die Kunstschaffenden im Künstlerhaus nun besuchen und ihnen bei der Arbeit über die Schulter gucken dürfen. Bei einer Ausstellungseröffnung waren sie bereits dabei.
Zeichen des Mitgefühls
Markus S. ist begeisterter Fan des MSV Duisburg. Selbstverständlich hat er eine Dauerkarte und unterstützt die Zebras regelmäßig im Stadion. Mit seiner Fußball-Leidenschaft ist der 46-Jährige im Kreise der Besucher der Tagesstätte Mitte nicht allein. Auch wenn Stephan S., der begeisterte Wasserballer, sich schon darauf freut, dass die anderen Besucher demnächst auch seine Sportart einmal live sehen werden – doch das ist eine andere Geschichte.
An dieser Stelle soll es um Fußball gehen. Genauer: Um das Benefizspiel, das der MSV gegen Schalke 04 zu Gunsten der Loveparade-Opfer austrug und das Markus S., Stephan S. und Ulrich B. gemeinsam mit Tagesstätten-Mitarbeiter Christian Wiegand besuchten. Zwar gewann der MSV das Spiel, doch Freude kam dabei nicht wirklich auf. „Es war ein Spiel mit einer sehr besonderen Atmosphäre“, berichten die drei Tagesstätten-Besucher. „Es gab keine Werbung, keine Fangesänge und nach den Toren kaum Jubel.“ Aber der Ausflug in die Arena sei lohnenswert gewesen. Zum einen, weil es den Ballzauber der Kickerprofis zu bestaunen gab, vor allem aber, um wie 9000 andere Menschen auch zu unterstreichen, dass die Opfer der Loveparade nicht vergessen werden.
„Ich hatte mich schon ins Kondolenzbuch eingetragen und finde es weiter wichtig, Verbundenheit zu demonstrieren“, so Stephan S. Diese wurde in einer Schweigeminute zum Ausdruck gebracht und auch durch die eindringlichen Worte des mitgereisten Stadionsprechers der Schalker, der daran erinnerte, dass die Loveparade-Katastrophe alle Menschen angeht und zum Beispiel auch viele Gelsenkirchener am Unglückstag zu Gast in Duisburg waren.
„Im Kreise der Besucher war das Unglück lange ein Thema und ist es heute noch. Es hat viele sehr bewegt“, berichtet Dr. Maria Rayermann, Bereichsleiterin Tagesstruktur. Obwohl die Besucher viele eigene Probleme hätten und sich sehr genau überlegen müssten, wofür sie ihr Geld ausgeben – weswegen auch Stadionbesuche für die meisten leider nicht in Frage kommen – setzten sie regelmäßig ein eindrucksvolles Zeichen des Mitgefühls: Ob das Erdbeben in Haiti, die Reaktorkatastrophe in Japan oder aktuell die Hungersnot in Somalia, die 18 Besucher versuchen so gut zu helfen, wie es geht.
„Die Besucher haben jetzt wieder eine Spendendose aufgestellt, dort wirft jeder das rein, was er geben kann“, berichtet Wiegand. „Die Initiative für die jeweiligen Spendenaktionen käme dabei stets aus dem Kreise der Besucher. Manche Besucher gaben „nur“ 50 Cent, andere konnten mehr geben. Innerhalb von knapp zwei Wochen kamen so 80 Euro zusammen. Das Geld wird nun auf ein Spendenkonto eingezahlt.
Regenbogen startet neues Angebot
Im Oktober wird in der Tagesstätte Mitte ein für den Regenbogen neues Angebot an den Start gehen. Regelmäßig wird sich dann in den Räumen an der Fuldastraße die „psychoedukative Gruppe“ treffen.
Psychoedukation bedeutet, dass psychisch kranke Menschen darin geschult werden, ihre Erkrankung besser zu verstehen, um Experte für die eigene Erkrankung werden. In der Tagesstätte werden vor allem psychoseerkrankte Menschen an der Gruppe teilnehmen.
Dabei stehen psychosoziale Bedingungsfaktoren, die Entwicklung und das persönliche Erleben akuter Psychosen im Mittelpunkt. Auch die Auswirkungen von Stress, Belastbarkeit und Überforderung werden hinterfragt.
Neben der Entstehung der Störungen wird in der Gruppe auch die Behandlung mit Medikamenten besprochen. Welche Nebenwirkungen haben diese? Welche Verantwortung habe ich als Patient?
In einem weiteren Schritt werden, jeweils auf den Einzelfall bezogen, Rückfallvorbeugung und Krisenbewältigungsstrategien entwickelt. Die Teilnehmer sollen dabei Wissen über individuelle Frühwarnzeichen erlangen und Bewältigungsstrategien erarbeiten. Zum Ende der Psychoedukation wird ein individueller Krisenplan erarbeitet, der den Teilnehmern wichtiges Handwerkszeug für die Gesundung bedeuten soll.
Die neue psychoedukative Gruppe führen Johannes Hartmann, Fachkrankenpfleger für Psychiatrie am Marienhospital, der über lange Erfahrung in Psychoedukation verfügt und Mitarbeiter des Regenbogen durch. Unterstützung findet das neue Angebot auch beim Chefarzt der psychiatrischen Klinik, Professor Peer Abilgaard. Er hat gemeinsam mit Hartmann und den Mitarbeitern der Tagesstätte das gemeinsame Angebot besprochen.
Schon jetzt haben sich acht interessierte Besucher gemeldet, die bereits neugierig sind und dem ersten Treffen der Gruppe gespannt entgegen sehen.
Trauer um Monika Ebert
Am 8. Februar verstarb mit Monika Ebert im Alter von nur 46 Jahren eine langjährige Besucherin der Tagesstätte Mitte. Monika Ebert war eine unternehmungslustige Frau, die gerne las, sich für Handarbeit begeisterte und an der Volkshochschule Englisch und Französisch lernte. Oft hat sie sich bei uns Vokabeln abfragen lassen. Besonders gerne hat sie in der Küche gearbeitet und war in einer Malgruppe aktiv. In der Besuchergruppe hatte sie einen festen Platz und war immer für ein Gespräch zu gewinnen. Wir werden sie sehr vermissen. Wir trauern mit den Angehörigen.
Besucher und Mitarbeiter der Tagesstätte
Mitarbeiter feiern Jubiläen
Am 1. Februar 1990 begann Dr. Maria Rayermann ihre Arbeit beim Regenbogen mit einer damals recht bahnbrechenden Tätigkeit. Ihren ersten Einsatz über zwei Jahre leistete sie in der LVR-Klinik Viersen. Sie begleitete Duisburger Patienten aus der Klinik zurück nach Duisburg. Keine leichte Aufgabe, denn viele von ihnen waren seit Jahrzehnten in der Klinik zu Hause und hatten kaum noch Kontakt in ihre alte Heimat. Über Freizeitangebote in Duisburg, die sie gemeinsam mit Patienten und Mitarbeitern der Klinik organisierte, gelang es ihr, viele von ihnen zu motivieren, nach Duisburg zurück zu kehren und in das 1992 neu eröffnete Wohnheim an der Heiligenbaumstraße zu ziehen. Damit der Übergang in die neue und fremde Umgebung für die früheren Patienten leichter fiel, ging Dr. Rayermann als Mitarbeiterin ins Wohnheim. Sie bot den Bewohnern aus Viersen das, was wir in der Fachsprache Beziehungs- und Betreuungskontinuität nennen, ohne die eine erfolgreiche Betreuung seelisch erkrankter Menschen meist nicht gelingen kann.
Danach wurde sie Leiterin der Außenwohngruppe Siegstraße und übernahm 1997 die Bereichsleitung des Bereichs Tagesstruktur mit inzwischen drei Kontakt- und Beratungsstellen und zwei Tagesstätten. Seit mehr als 20 Jahren widmet sie sich auch der Angehörigenarbeit und leitet wöchentlich einen abendlichen Gesprächskreis.
Kontinuität und Verlässlichkeit zeichnen Dr. Maria Rayermann persönlich und in der Arbeit aus. Wir gratulieren zum 20-jährigen Jubiläum und freuen uns, dass sie bei uns tätig ist.
Bereits am 1. Januar feierte Jan Marcinow sein 15-jähriges Betriebsjubiläum. Er ist einer der Mitarbeiter, der sämtliche Einrichtungen am besten kennt, da er als „Facility Manager“ für das schnelle Beheben technischer Störungen zuständig ist.
Mit ihm beging Mario Murmann, engagierter Ergotherapeut im SPZ West, sein Fünfjähriges beim Regenbogen.