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Strukturwandel bei Regenbogen
Auch im Regenbogen ist es wieder einmal Zeit, neue Wege entstehen zu lassen. Ziele dabei sind die thematische Bündelung der Dienstleistungen, Steigerung der Effizienz in den Entscheidungsstrukturen und die zeitnahe Planung neuer Projekte.
Künftig soll es daher neben den bereits bestehenden Bereichen einen neuen Bereich „Wohnverbund Jugendhilfe / Projektmanagement“ geben. Schwerpunkt dieses Bereiches ist neben der Koordination der Jugendhilfe die Erschließung und Begleitung neuer Projekte. Diesem neuen Bereich gehören das Wohnheim Dammstraße, die Ambulante Jugendhilfe und das Projektmanagement an. Die Bereichsleitung übernimmt Britta Asch. Sie wird mit der Übernahme der neuen Aufgabe die Funktion als Heimleiterin im Worringer Reitweg aufgeben, jedoch weiterhin Heimleiterin des Hauses Dammstraße bleiben. Stellvertreter dort bleibt Dr. Matthias Herrmann.
Die Leitung des Wohnheims Worringer Reitweg übernimmt der bisherige Stellv. Heimleiter Kolja Ruhl, seine Position Jeannine Lübke-Werny.
Als Stellv. Bereichsleitung im Wohnverbund, den wir künftig als „Wohnverbund Erwachsene“ bezeichnen werden, rückt Michael Bormke nach. Diesem Bereich gehören die Teilbereiche Betreutes Wohnen, die Wohnheime Heiligenbaumstraße und Worringer Reitweg sowie AKIS an.
Die Strukturen und die gesetzlichen Grundlagen der Hilfen für Menschen mit Behinderungen innerhalb des bislang bestehenden Wohnverbundes sind sehr heterogen. Die Hilfen für Erwachsene sind in der Regel auf Maßnahmen nach dem SGB XII bezogen, die der Jugendhilfe beziehen sich auf die Anforderungen des SGB VIII.
Die bestehende Komplexität des Bereiches soll zugunsten effizienterer Entscheidungsstrukturen reduziert werden.
Die Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung (KoKoBe) in Kaßlerfeld wird künftig dem Bereich Tagesstruktur angehören und der Bereichsleiterin Dr. Maria Rayermann zugeordnet. Darüber hinaus ist es thematisch sinnvoll, die KoKoBe mit den Kontakt- und Beratungsstellen und den Tagesstätten in einem Bereich zusammenzuführen.
Aus dem Wohnheim in die WG
Der Wunsch auszuziehen war bei drei Bewohnern des Wohnheims Heiligenbaumstraße schon lange vorhanden. Doch fest stand auch, dass sie nicht alleine leben wollten. Dank der guten Zusammenarbeit zwischen den Regenbogen-Mitarbeitern, den gesetzlichen Betreuern und den Bewohnern entwickelte sich eine besondere Idee, die vor einigen Wochen nach intensiver Vorbereitung in die Tat umgesetzt wurde. Die drei leben seitdem gemeinsam in einer Wohngemeinschaft in Hochfeld. Ein vierter Mitbewohner konnte durch den kurzfristigen Einzug vor der Obdachlosigkeit bewahrt werden.
Nachdem eine passende Wohnung gefunden war, standen Renovierungsarbeiten an, die der Bereich Arbeit durchführte. Frühzeitig bereiteten sich die drei Bewohner auf den Auszug vor. Immerhin hatten sie zwischen acht und 14 Jahren in einem Wohnheim gelebt. Doch mit dem Wechsel in die neue Wohnform müssen sie nicht auf ihre Bezugspersonen verzichten. Sie werden im geringeren Umfang von denselben Mitarbeitern weiter betreut, die ihnen aus dem Wohnheim vertraut sind. Das Konzept des Wohnverbunds „Leistungen aus einer Hand“ ist hier beispielhaft umgesetzt worden.
Die Fähigkeiten der vier WG-Mitglieder ergänzen sich, und das Zusammenleben ist harmonisch.
Fortbildung im Wohnverbund
Die Fortbildungsreihe „Sucht und Komorbidität“ im Wohnverbund endete jetzt vorläufig mit dem jährlichen Klausurtag des Teams des Betreuten Wohnens. Im Mittelpunkt des Klausurtags standen dieses Mal die Praxis und der eigene Arbeitsalltag.
Die Auseinandersetzung mit der Betreuung von nicht abstinenzfähigen suchtkranken Menschen im Ambulant Betreuten Wohnen fand als Kooperationsprojekt mit dem Wohnheim Worringer Reitweg statt. Ziel war es, durch Diskussionen von den langjährigen Erfahrungen der Wohnheimmitarbeiter zu profitieren und gleichzeitig im Wohnverbund ein Stück näher aneinander zu rücken. Mit viel Moderationsgeschick und Sachkenntnis leiteten Britta Asch, Jeannine Lübke-Werny und Kolja Ruhl vom Team Worringer Reitweg die Arbeitsgruppen.
In angeregten Diskussionen wurde erörtert, wie sich Hilfen für Personen, die sowohl psychisch krank als auch abhängig sind, darstellen können, wann unsere Interventionen hilfreich sind und wann die Gefahr einer Co-Abhängigkeit besteht.
Dr. Sebastian Kühl, Bereichsleiter Wohnverbund, und Britta Asch, Leiterin Wohnheim Worringer Reitweg
Jahreswechsel 2007/2008
Es ist von grundlegender Bedeutung,
jedes Jahr mehr zu lernen,
als im Jahr davor.
Peter Ustinov
Liebe Mitglieder, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Freundinnen und Freunde des Regenbogen.
2007 neigt sich dem Ende zu. Wieder war es ein bewegtes und bewegendes Jahr, das uns viel Neues brachte für die Gestaltung unserer Arbeit.
Das Betreute Wohnen konnten wir ausbauen. Die Tagesstätten erreichten so hohe Besucherzahlen, wie wir sie bisher noch nicht hatten. Der Integrationsfachdienst steht vor einer Umstrukturierung, die einen sehr engen Trägerzusammenschluss aller IFD in Duisburg zum Ziel hat. Bei Regenbogen steht „der Mensch im Mittelpunkt“ – mit seinen Stärken und Schwächen. Das bedeutet stetes Prüfen der Frage, was die Menschen, die zu uns kommen, brauchen, wenn sie unsere Unterstützung suchen.
Daher möchten wir den Menschen, die auf uns vertrauen, mehr Sicherheit vermitteln durch Angebote, die hilfreich für sie sind. So hat z. B. in Kaßlerfeld die Assistenz-, Kontakt- und Informationsstelle (AKIS) eröffnet, um Menschen mit geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen, ergänzend zur KoKoBe, einen Anlaufpunkt zu geben. Das Interesse zeigt, dass dies eine richtige Entscheidung war.
Dass unser Engagement wertvoll und nötig ist, spiegelt sich darin wieder, dass die Nutzerzahlen deutlich steigen. In unseren Einrichtungen wurden mehr Menschen als je zuvor betreut, beraten oder über Projekte beschäftigt. Das ist ein großer Erfolg, der aber auch zeigt, dass wir nicht ruhen dürfen. Denn er wirft zugleich die Frage auf, warum trotz unserer Leistungen die Zahl der Menschen, die unsere Angebote wahrnehmen, unaufhörlich steigt.
Insbesondere in den Kontakt- und Beratungsstellen ist die Nachfrage nicht nur ungebrochen, sondern wiederum höher als im Vorjahr. Wir möchten das zum Anlass nehmen, im kommenden Jahr 2008, dem Jahr in dem der Regenbogen e.V. sein 25-jähriges Jubiläum feiert, diesen Bereich stärker auszubauen.
Im Wohnverbund werden wir dem Gedanken „ambulant vor stationär“ auch dadurch Rechnung tragen, dass wir zwei Wohnheimplätze abbauen. Mitarbeiterstellen sind dabei nicht gefährdet!
Es bleibt also viel zu tun, und wir werden uns unseren Aufgaben auch im kommenden Jahr wieder tatkräftig stellen.
Unseren Mitarbeitern danken wir sehr herzlich für ihren Einsatz und ihr Engagement. Sie sind unser Garant für gute Qualität.
Ihnen allen sind wir herzlich verbunden für Ihre Unterstützung, Ihre Zusammenarbeit und Ihren Zuspruch. Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches und glückliches Jahr 2008.
Herzlichst Ihre
Jörg Bickenbach, 1. Vorsitzender
Dr. Dr. Wolfgang Krebs, 2. Vorsitzender
Elisabeth Hofmann, Geschäftsführerin
Umgang mit suchtkranken Menschen
Die Arbeit von Regenbogen Duisburg wird häufig gleichgesetzt mit Hilfe für psychisch kranke Menschen. Doch viele der von uns betreuten Personen müssen neben der psychischen Behinderung auch eine Abhängigkeitserkrankung bewältigen. Dabei ist oft nicht mehr zu beurteilen, welche Erkrankung im Vordergrund steht. Denn in vielen Fällen hat sich in der Folge jahrelanger nicht diagnostizierter und unbehandelter psychischer Störungen durch „Spannungsabbau“ mit Alkohol oder anderen Suchtstoffen zusätzlich eine Abhängigkeitserkrankung herausgebildet. In anderen Fällen wurden Psychosen erst durch Drogen ausgelöst.
Das Leistungsangebot des Wohnverbunds bezieht sich daher immer auf psychisch kranke und suchtkranke Menschen. Aber auch auf Menschen mit Komorbidität, also Menschen, die neben einer Grunderkrankung weitere Krankheitsbilder aufweisen.
Für die Betroffenen geht es deshalb darum zu lernen mit der psychischen Behinderung umzugehen und möglichst lange abstinent zu leben. Nicht selten stehen aber nur noch das Abwenden der drohenden Obdachlosigkeit oder gar die reine Sicherung des Überlebens im Vordergrund.
Für die Mitarbeiter des Wohnverbundes sind diese Situationen Alltag. Dennoch bietet der „Blick über den Tellerrand“ stets neue Perspektiven. Alle Teams setzten sich in den vergangenen Wochen im Rahmen einer internen Fortbildungsreihe mit neuen Entwicklungen in der Behandlung und Begleitung von suchtkranken Menschen auseinander. Neue Informationen zu Entstehungsbedingungen, Einblicke in die „Szene“ und eine Übersicht über Suchthilfe-Einrichtungen wurden vorgestellt und diskutiert.
Dr. Sebastian Kühl,
Bereichsleiter Wohnverbund